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Tom Daun „Blue Strings“

CD
ArtNr.: WUN48-1918698
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Die deutsche Harfenszene ist ein Phänomen. Fast jeder Musiker, den sie hervorbringt, erweitert das Klangspektrum der Harfe um eine neue Nuance - und das geht schon seit gut Zehn Jahren so. Ein Beispiel: Tom Daun. Sein Debutalbum trägt den programmatischen Titel "Blue Strings".
Blau: nicht nur einfach eine Farbe, auch Symbol für bestimmte Gefühle. Blau ist die Melancholie der Dämmerung. Blau ist die Kälte der Antarktis. Blau ist die Trauer des Blues. Nichts scheint weiter entfernt davon, als der Klang einer Harfe. Und doch. Tom Daun zeigt, der Entführungsversuch in heimische Gefilde verträgt auch einige ganz und gar irdische Schwingungen. Mehr noch. Das dadurch entstehende Spannungsverhältnis verleiht der Musik einen ganz besonderen Reiz.
Insider kennen den Solinger Harfenisten Tom Daun bereits als Mastermind der Formation "La Rotta". Mit "Blue Strings" beweist Tom Daun, dass er auch als Solist beachtliches zu bieten hat. Seine Kompositionen und Bearbeitungen stützen sich auf unterschiedlichen Folktraditionen. Ausserdem verarbeitet er Einflüsse aus Klassik, Jazz und Blues. Tom Daun verbindet so verschiedene Stimmungspole miteinander und durchbricht damit immer wieder altgewohnte Hörmuster.
Gleich die ersten Takte des Albums zeigen, wohin die Reise geht. Blue Strings: melancholisch warme Töne kontrastieren mit winterlich klaren Klängen, dazu einige geschickt eingesetzte Dissonanzen. Rhythmisch ein ähnliches Bild: getragen, nachdenklich, doch mit Ansätzen zum Swing. Da, wo es losgehen könnte, zunächst verharrend, unentschieden, dann besitzergreifend swingend. Gleichwohl, der anfängliche Schwebezustand, die Spannung zwischen Trauer und Freude, zwischen Festhalten und Loslassen bleibt während des ganzen Stücks erhalten.
Doch auch das gibt es auf diesem Album: ein Walzer, wie er lieblicher und beschwingter nicht sein könnte. Tom Dauns "Vals para Alfredo" webt den Hörer in ein luftiges Gespinst von Harfenklängen ein und trägt ihn leichtfüssig davon auf Wolke sieben. Der Blick von dort schärft den Sinn für das Wesentliche. Das zeigt sich nicht zuletzt in den Arrangements der einzelnen Werke. Tom Daun hat der Versuchung des Überfrachtens widerstanden. Den besten Ideen bleibt to der Platz zur Entfaltung. Und auch der Einsatz anderer Instrumente ist wohltuend sparsam dosiert. Insgesamt ein äusserst bemerkenswertes Erstlingswerk. Man spürt es, hier hat sich einer Zeit gelassen. Zeit, die man sich auch als Zuhörer nehmen sollte. Es lohnt sich!

Trackliste:

01 - Blue Strings - 27:00
02 - Flatter vorbei, butterfly - 20:00
03 - Shetland Fiddles - 25:00
04 - Danza - 27:00
05 - Der walt hat sich entlawbet / La quatre Estampie royal - 06:00
06 - Tremolaika - 25:00
07 - Miss Boebe's Jig / The De'il Amang The Tailors - 40:00
08 - Vals para Alfredo - 40:00
09 - Linzer Tanz - 28:00
10 - Nachmittag eines Truthahns - 33:00
11 - The Drunken Piper / Gaelic Garlic - 28:00
12 - La Manfredina - 25:00
13 - Sand - Dunes Of Blyth - 20:00
14 - Rio - Rheinländer - 25:00
15 - Wiegenlied - 48:00

Achtung: Die Spielzeiten der einzelnen Tracks sind durcheinander geraten!!!



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